Für Ratsuchende- die 10 meistgestellten Fragen…

1.Wie beantrage ich einen Pflegegrad?

Sie können den Antrag formlos telefonisch bei Ihrer Krankenkasse stellen. Diese sendet Ihnen den Antrag postalisch zu sowie den zuständigen Ansprechpartner/ Institution für eine kostenfreie und unabhängige Pflegeberatung zur Vorbereitung auf die Begutachtung.

2. Wann bin ich pflegebedürftig?

Wenn Sie gesundheitlich bedingt in Ihrer Selbständigkeit oder Ihren Fähigkeiten eingeschränkt sind und aus diesem Grund Hilfe anderer benötigen. Es können körperliche, kognitive oder auch psychische Beeinträchtigungen sein, die sie allein, nicht bewältigen oder kompensieren können. Die Beeinträchtigung der Selbständigkeit oder Fähigkeitsstörungen muss auf Dauer und für voraussichtlich mindestens 6 Monate bestehen.

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherungen (MDK oder MEDICPROOF) prüft den Grad der Pflegebedürftigkeit im Rahmen eines Hausbesuches und erstellt ein verbindliches Gutachten für Ihre Versicherung.

3.Wer kann mir im Haushalt, Einkauf, Arzt- und Behördengängen helfen?

Nicht nur Pflegedienste, sondern auch sogenannte niedrigschwellige Betreuungsangebote können Sie im Haushalt, bei Einkäufen, Spaziergängen oder spezieller Demenzbetreuung unterstützen. Haben Sie einen Pflegegrad, kann der Entlastungsbetrag (in Höhe von 125,00€/Monat) dafür verwendet werden. Sollten sich der Bedarf erhöhen, so lassen Sie sich informieren, welche Leistungen der Pflegeversicherung zusätzlich beansprucht werden können.

4.Wie verhalte ich mich, wenn die Pflegeeinstufung abgelehnt wurde?

Für eine genaue Beurteilung der Entscheidung des medizinischen Dienstes wurde ein Gutachten erstellt, welches Sie sich von der Pflegekasse/ Pflegeversicherung zukommen lassen können. Nach dem Ablehnungsbescheid besteht ein reguläre Widerspruchsfrist von 4 Wochen. Sie sollten anhand des Gutachtens- möglichst mit Hilfe eines Pflegeberaters- den Widerspruch, schriftlich einreichen und zur erneuten Begutachtung, den Hilfebedarf, neu erfassen lassen.

5.Was passiert, wenn ich als pflegende(r) Angehörige(r) ausfalle?

Als pflegende(r) Angehörige(r) leisten Sie 24h/ Tag große Hilfe und vergessen häufig, sich Auszeiten zu nehmen. Eine Pflegesituation ist für alle Familienmitglieder eine große Herausforderung, die Sie nicht allein bewältigen sollten. Der Gesetzgeber hat sogenannte Entlastungsangebote (Verhinderungspflege, Kurzzeitpflege, Entlastungsleistungen) für die Pflegepersonen geschaffen, damit bereits im Vorfeld eines „Ausfalls“ der Pflegeperson, zu den Familienangehörigen, auch Dritte zur Verfügung stehen. Binden Sie frühzeitig Personen ein, die sie individuell entlasten. Nehmen Sie sich einen Tag/ ein paar Stunden Zeit für sich und sprechen Sie mit einem Pflegeberater, welche Möglichkeiten zu Ihnen passen können.

6.Wie kann ich Verhinderungspflege, Kurzzeitpflege, Entlastungsleistungen oder auch eine Tages- bzw. Nachtpflege beantragen?

Nach 6 Monaten Pflegebedürftigkeit, kann die Verhinderungspflege (stunden- oder tageweise) bei der Pflegeversicherung beantragt werden. Hier wird lediglich eine von Ihnen bestimmte Ersatzpflegeperson (Freundin, Nachbar, etc.) benannt, die Sie vertritt, wenn Sie mal einkaufen oder in den Urlaub fahren. Dafür steht Ihnen ein jährliches Budget in Höhe von 1.612€ ab dem Pflegegrad 2 zur Verfügung.

Tipp: Nutzen Sie die Verhinderungspflege stundenweise (unter 8 Stunden/Tag), so wird das Pflegegeld nicht gekürzt.

Die Kurzzeitpflege ist ein Angebot in stationären Pflegeeinrichtungen in Höhe von 1.612€/ Jahr. Hinzu kommen dabei noch die Hotel- und Investitionskosten der Einrichtung, der von Ihnen selbst getragen werden muss. Eine Auswahl an Einrichtungen in Ihrer Nähe finden Sie unter www.pflegeberatung.de

Tipp: Erfragen Sie bei Ihrer Pflegeversicherung, wieviel Entlastungsleistungen bislang beansprucht wurden, so können u.U. diese Gelder für den Eigenanteil (Hotel- und Investitionskosten) verwendet werden.

Tages- und Nachtpflege sind teilstationäre Angebote. Hier können Sie Ihren Angehörigen tagsüber oder in der Nacht für bis zu 8h betreuen lassen. Die Einrichtungen in Magdeburg finden sie auf unserer Homepage. Lassen Sie sich individuell von den Einrichtungen beraten, zu den Finanzierungs- und Betreuungsangeboten.

7.Darf der Arzt entscheiden, ob ich in ein Heim muss?

Nein. Jeder entscheidet selbst, ob er in ein Heim möchte. Wenn Sie Unterstützung zur Entscheidung der passenden Einrichtung suche, helfen folgende Datenbanken: https://www.weisse-liste.de/de/pflege/pflegeheimsuche/

8.Meine Wohnung muss umgebaut/ angepasst werden- wer kann mich beraten und welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Wenn Sie pflegebedürftig sind, gibt es im Rahmen der Pflegeversicherung einen Zuschuss zur Wohnumfeldverbesserung bis zu 4.000€. Es können Umbaumaßnahmen im Wohnbereich, zum Wohnbereich oder auch für einen Umzug in eine barrierearme Wohnung sein. Kostenfreie und unabhängige Beratung finden Sie in Magdeburg unter http://www.pia-magdeburg.de/

Einen Musterantrag für Wohnumfeldverbesserung finden Sie unter: http://www.pflegeberatung.de/fileadmin/DATEN/Dokumente/Fragebogen_Wohnumfeld_20161208.pdf

9.Wo finde ich einen ersten Kostenüberblick von Pflegediensten und Pflegeheimen?

Es gibt die nachfolgenden Datenbanken, die eine Übersicht der aktuellen Kosten bundesweit aufzeigen. Wenn Sie sich für einen Dienstleister entscheiden, empfehlen wir Ihnen, immer ein individuellen Kostenvoranschlag anzufordern- so haben Sie mitunter eine gute Vergleichsbasis und Entscheidungshilfe: www.pflegeberatung.de; Heimverzeichnis.de (hier finden Sie Einrichtungen, die sich freiwillig, dem „Grünen Haken“ verpflichtet haben), Informationsangebote der gesetzlichen Krankenkassen, z. B. AOK-PflegenavigatorBARMER-PflegelotseIKK-Pflegelotse oder TK-Pflegelotse.

10.Sie haben weitere Fragen? 

Mail an: info@netzwerk-gute-pflege-magdeburg.de

 

Weitere hilfreiche Links

Beratung zur Pflege unter: https://bdb.zqp.de/#/home

Pflegeberatung Sachsen-Anhalt: http://www.pflegeberatung-sachsen-anhalt.de/

Bundesweite Pflegeberatung für alle Privatversicherte und Bahn-Bkk: www.compass-pflegeberatung.de

Informationsplattform rund um Pflege: www.pflegeberatung.de

Informationen zur Begutachtung von den medizinischen Diensten der Kranken- und Pflegekassen: http://www.mdk-san.de/ www.medicproof.de

Die Begutachtungsrichtlinien:
https://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/pflegeversicherung/richtlinien__vereinbarungen__formulare/richtlinien_zur_pflegeberatung_und_pflegebeduerftigkeit/16-08-31_Pflege_BRi_ab_01-01-2017.pdf

Antrag auf (Neu-) Feststellung einer Schwerbehinderung:
https://lvwa.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/LVWA/LVwA/Dokumente/famgesjugvers/611/432001.pdf

Beratung zur Wohnumfeldverbesserung oder zu neuen Wohnformen: www.pia-magdeburg.de

Informationen zur Pflegezeit: http://www.bmas.de/DE/Themen/Arbeitsrecht/Vereinbarkeit-Familie-Pflege-Beruf/vereinbarkeit-familie-pflege-beruf.html

Onlineportal zur Gewaltprävention in der Pflege: http://www.gewalt-pflege.de/